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Absturzsicherung

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Bei jedem Einsatz kann es vorkommen, dass Einsatzkräfte in absturzgefährdeten Bereichen arbeiten müssen. Das kann z. B. beim Abdecken eines Daches im Rahmen von Nachlöscharbeiten nach einem Hausbrand sein oder bei Menschenrettung von Brücken oder auf Baustellen. Bereits ab einer möglichen Sturzhöhe von mehr als zwei Metern wird entsprechend der Gefährdungslage die allgemeinen Schutzausrüstung ersetzt oder ergänzt. Die Feuerwehr Wentorf besitzt dafür seit Anfang 2010 zwei Gerätesätze zur Absturzsicherung nach DIN 14 800 - 17. Hier ist anzumerken, dass mit dem abgebildeten Material nur eine Absturzsicherung (freies Hängen im Seil ausgeschlossen) und keine Höhenrettung (freies Hängen im Seil erforderlich) durchgeführt werden kann.
Auf dem obigen Bild nicht zu sehen ist der Bandfalldämpfer mit Rohrhaken, der ebenfalls zum Gerätesatz gehört. Bandschlingen0.8m HMS-Schraubkarabinerhaken Gurt Feuerwehhaltegurt Bandschlingen 1.5m PASSi TRI Kernmanteldynamikseil Dryback Handschuhe Helm Jacke Der Feuerwehrhaltegurt nach DIN 14926 dient dem Feuerwehrangehörigen zur Selbstrettung und Sicherung. Ein Auffangen in absturzgefährdeten Bereichen ist damit nicht möglich. Lediglich ein Zurückhalten oder ein Selbstretten in Kombination mit der Feuerwehrleine ist zulässig. Der Gurt nach EN 813 umfasst die Einsatzkraft an Oberschenkeln, Hüfte und Schultern, um im Falle eines Falles das Verletzungsrisiko zu minimieren. Weiterhin dient der Gurt auch zum Mitführen der benötigten Hilfsmittel an den Materialschlaufen, um die Hände frei zu haben. Zu jedem Gerätesatz gehört ein dreifach gesicherter Karabinerhaken, mit dem das Seil am Gurt befestigt wird. Die Verschlusshülse muss bei dieser Ausführung zunächst angehoben, dann gedreht und erst danach zurückgezogen werden, um den Verschluss zu öffnen. Dadurch wird sichergestellt, dass sich der Karabinerhaken nicht selbstständig lösen kann. Die Schraubkarabinerhaken dienen dazu, zusammen mit Bandschlingen Sicherungspunkte an geeigneten Festpunkten zu setzen. Sie werden durch Hochschrauben der Verschlusshülse gesichert. Die Karabinerhaken sind als HMS-Karabiner ausgeführt, sodass mit ihnen eine Sicherung mittels Halbmastwurf möglich ist. Ein Gerätesatz enthält 15 Stück dieser Art. In Verbindung mit den HMS-Schraubkarabinerhaken dienen die Bandschlingen dazu, Anschlagpunkte für die Sicherung der Einsatzkraft an geeigneten Festpunkten zu schaffen. Ein Gerätesatz enthält 15 Stück dieser Art in schwarz. In Verbindung mit den HMS-Schraubkarabinerhaken dienen die Bandschlingen dazu, Anschlagpunkte für die Sicherung der Einsatzkraft an geeigneten Festpunkten zu schaffen. Ein Gerätesatz enthält 2 Stück dieser Art in gelb. Zu jedem Gerätesatz Absturzsicherung gehört ein 60 m langes Kernmanteldynamikseil mit einem Durchmesser von 11mm nach EN 892. Durch die große Dehnungsfähigkeit des Dynamikseiles kann im Fall eines Sturzes ein Teil der Sturzenergie aufgenommen und so der Sturz gedämpft werden. Der Mantel schützt den tragenden Kern vor äußeren Einflüssen (z.B. scharfe Kanten). Der komplette Gerätesatz zur Absturzsicherung findet in einem wasserdichten Seesack Platz. Durch eine Rucksackbebänderung kann das Material so auf einfachem Wege zur Einsatzstelle gebracht werden. Die konventionellen Feuerwehrschutzhandschuhe sind für viele der Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen weniger geeignet. Deshalb beinhaltet der Gerätesatz Absturzsicherung jeweils zwei Paar dünnere Schutzhandschuhe. Die Schutzausrüstung muss allerdings immer der Gefährdung angepasst werden, sodass auch andere Handschuhe in Zusammenhang mit der Absturzsicherung zum Einsatz kommen können. Der Helm, welcher in Wentorf zur allgemeinen Schutzausrüstung gehört (Schubert F-2x0), ist für die meisten Einsätze in absturzgefährdeten Bereichen zu schwer und wuchtig. Daher wird dieser, sofern es die Gefährdungslage zulässt, durch einen Bergsporthelm ersetzt. Die schwere und lange Feuerwehreinsatzjacke nach HuPF Teil 1 ist für den Einsatz in absturzgefährdeten Bereichen hinderlich. Daher wird diese, sofern es die Gefährdungslage zulässt, durch eine kurze und leichtere Feuerwehrjacke nach HuPF Teil 3 ersetzt.
Erstellt am: 16.11.11 00:00 Uhr Geändert am: 24.11.11 07:52 Uhr Geschrieben von: Dennis Pätzold